Die Situation ist leider einfach: im französichsprachigen Teil Belgiens ist Haiku ziemlich unbekannt. Belgien besteht aus zwei Teilen. Das flämische Gebiet im
Norden und der wallonische Teil sind stark voneinander getrennt und es gibt kaum Austausch zwischen ihnen. Jede Region ist kulturell mit ihrem Nachbarn verbunden: den Niederlanden und Frankreich.
Im Unterschied zum flämischen Gebiet gibt es im französichssprachigen Teil keine Haikugesellschaft, Kreise, Treffen oder Verleger. Es gibt noch nicht einmal einen Verlag, der die japanischen
Klassier herausgibt. Das ist verständlich, weil wir viel zu eng mit dem französichen Büchermarkt verbunden sind und es deshalb keinen eigenen Markt gibt.
Im Literaturhaus unserer Gemeinde wissen sie noch nicht einmal, was der Begriff Haiku bedeutet...
Ich glaube, es gibt weniger als 20 Haikudichter. Einige von ihnen veröffentlichen auf ihren guten Internetseiten und –tagebüchern. Wir treffen uns nie. Zwei Jahre lang hat ein Lyrikmagazin Haiku
angenommen, aber das gibt es nicht mehr.
In Buchläden gibt es wenige Haikubücher. Wenn man Glück hat findet man japanische Klassiker und in sechs Jahren habe ich nur drei zeitgenössische internationale Haikubücher gefunden.